Klein Wallstein und Kuhberg

Překlad / Übersetzung: Jana Pražáková, 2026

Klein Wallstein (Malý Valštejn), die kleinste Siedlung der Gemeinde Wallstein, entstand am Ende des 17. Jahrhunderts. H. Schulig gibt unter Berufung auf die vom Rektor des Jesuitenkollegs in Nisa, Ferdinand Waldhauser, ausgestellte Gründungsurkunde das Jahr 1692 an. An dieser Stelle befand sich ursprünglich ein herrschaftlicher Hof (der sog. „Kalte Vorbrig“), und gerade aus dessen späterer Parzellierung lässt sich die Entstehung der Siedlung ableiten. Unter dem Namen Neu Wallstein wurde sie erstmals auf Wielands Karte des Fürstentums Jägerndorf aus dem Jahr 1736 dargestellt.

Klein Wallstein vor dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1850 (nach der Abschaffung der patrimonialen Verwaltung) erhielt Wallstein den Status einer eigenständigen Gemeinde und Klein Wallstein wurde zu einem Ortsteil dieser Gemeinde; in den Jahren 1950 bis 1961 gehörte er zur Gemeinde Heinzendorf, und dann wird er nicht mehr erwähnt.

Im Jahr 1787 waren in Klein Wallstein 14 Hausnummern registriert; hundert Jahre später hatte sich die Zahl um ein Haus erhöht. In den 1890er Jahren lebten hier 92 Einwohner, was den höchsten Stand in der Geschichte der Siedlung darstellte. Vor dem Zweiten Weltkrieg lag die Einwohnerzahl bei etwa 50 Personen. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung gelang es nicht mehr, die Siedlung wieder zu besiedeln, und sie verschwand nach und nach.

Hochgewachsene Bäume an der Stelle des ehemaligen Klein

Überreste von Gebäuden

Im Zentrum von Klein Wallstein stand einst ein Gasthaus, dessen letzter Besitzer Johann Steiner war. Unter der Woche wurde es meist nur von Einheimischen besucht; Touristen waren vor allem an den Wochenenden zu sehen.

Bei einer genaueren Erkundung der Umgebung würden wir auf Überreste der ursprünglichen Gebäude und Kellerräume mit Gewölbedecken stoßen. Im südlichen Teil der ehemaligen Siedlung ist ein offener Betonbehälter erhalten geblieben, der als Löschwasserreservoir diente. Die Feuerwache befand sich in unmittelbarer Nähe des einzigen erhaltenen Gebäudes von Klein Wallstein – der Kapelle. Diese ist als schlichtes Gebäude mit rechteckigem Grundriss, Satteldach und Schieferdachdeckung konzipiert.

Ein Keller

Ein Keller

Der Betonbehälter

Etwa 600 Meter nordwestlich befand sich die Siedlung Kuhberg. Diese gehörte zwar zur Gemeinde Hennersdorf (Jindřichov), hatte jedoch eine sehr enge Verbindung zu Wallstein, sodass man sagen kann, dass ihre Bewohner in das gesellschaftliche Leben von Wallstein integriert waren. Die Siedlung entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts; 1890 waren hier 12 Gebäude registriert, in denen 65 Einwohner lebten. Obwohl die Siedlung sehr klein war, gab es hier in der Vergangenheit ein Gasthaus mit Tanzsaal und Tabakladen, eine 1878 erbaute Schule (ab 1938 besuchten die Kinder die Schule in Wallstein), eine Försterei, die Wilhelmsquelle und einen Glockenturm. Die Einwohner von Kuhberg besuchten auch die Kirche St. Franz Xaver in Wallstein. Die Siedlung verschwand nach der Vertreibung der Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Grundschule auf der Kuhberg