Verlorenwasser

Překlad / Übersetzung: Jana Pražáková, 2026

An der Stelle, an der Sie sich gerade befinden, kreuzt die Straße die Grenze zwischen dem Katastergebiet Wallstein und der ehemaligen Siedlung Verlorenwasser. 

Das Verlorenwasser-Tal vor dem Zweiten Weltkrieg

Verlorenwasser (Ztracená voda) wird erstmals im Jahr 1645 erwähnt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Siedlung Teil der eigenständigen Gemeinde Wallstein. Im Jahr 1951 wurde sie zusammen mit Wallstein an Heinzendorf angegliedert, und etwa 20 Jahre später erlosch der Name der Siedlung offiziell. Durch Verlorenwasser-Tal fließt Wallsteiner Bach, der verschwindet im oberen Teil des Tals bei niedrigem Wasserstand und fließt unterirdisch weiter. Von dort stammt höchstwahrscheinlich auch der Name der Ortschaft.

Im Jahr 1869 waren hier 38 Häuser mit 274 Einwohner registriert. Ihre Zahl ging im Laufe der Zeit stetig zurück und in den 1930er Jahren lebten in der Siedlung nur noch 142 Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung dieser Siedlung, womit ihr Schicksal endgültig besiegelt war. Obwohl 1950 in Verlorenwasser noch 26 Häuser standen, gelang es nie wieder, die Siedlung zu besiedeln, und 1971 erlosch sie.

Ein Blick auf das Wallstein- und Verlorenwasser-Tal  im Hintergrund mit dem Gipfel des Aussichtspunkts Heinrichshöhe

Sowohl die Einwohner von Verlorenwasser als auch Touristen besuchten das örtliche Gasthaus mit Festsaal, dessen letzter Besitzer Moritz Poppe war und das sich etwa 650 Meter den Weg hinauf auf der rechten Seite von dieser Informationstafel befindet. Gegenüber dem Gasthaus, auf der anderen Straßenseite, stand einst eine Feuerwache; einige Dutzend Meter unterhalb des Gasthauses ist bis heute ein Pfad erhalten geblieben, der in den nordöstlichen Hang abzweigt und über den Sattel zur ehemaligen Wallstein-Kirche führt. Über diesen Pfad, den die deutschen Einwohner „Kirchbergweg“ nannten, konnte man den Weg zwischen den einzelnen Siedlungen erheblich verkürzen.

Der südwestliche Bergrücken, der das Tal säumt, erreicht an der Stelle „Heinrichshöhe“  797 m ü. NN und ist damit der höchste Gipfel, der wallsteiner Täler umgibt. Wahrscheinlich auch aus diesem Grund wurde hier am 29. Juni 1902 in Anwesenheit bedeutender Persönlichkeiten und etwa 400 Besuchern feierlich eine Touristenhütte mit einem Saal für bis zu 70 Personen eröffnet.

Der Aussichtspunkt Heinrichshöhe im Jahr 1905

Trotz der einfachsten Bedingungen wurde sie zu einem vielbesuchten Ort (historischen Quellen zufolge besuchten sie in den ersten vier Jahren 10.000 Touristen) und war von Mitte April bis zum ersten Schnee in Betrieb. In den 1930er Jahren wurde die Hütte um eine überdachte Seitenterrasse erweitert. Bevor kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ein Brunnen gegraben wurde, wurde das Wasser in Butten auf den Rücken herangeschafft.

Winterliche Stimmung am Aussichtspunkt

Heute erinnern an die alten Zeiten die nach dem Krieg zerstörte Aussicht wurde, Überreste der Fundamentmauern, Brunnen und Steinhaufen „Heinrichsruhe“. Alles um sie herum wurde nach und nach vom Wald verschlungen, die einstigen weiten Ausblicke auf den Altvater (Praděd), den Burgberg (Cvilín) und sogar die Beskiden wurden verdeckt, und die sehnsüchtigen Worte, die in der August-Ausgabe der Zeitschrift „Altvater“ aus dem Jahr 1902 veröffentlicht wurden, erfüllten sich nicht mehr:

„Möge die gerade eröffnete Hütte, deren Besitzer stets für kalte und warme Erfrischungen verschiedener Art sorgt, zum Ziel zahlreicher Besucher werden, und möge Heinrichshöhe insbesondere auch als Ausflugsziel für Schulklassen ausgewählt werden – dafür wird man reichlich belohnt.“

Reste des Fundaments im Jahr 2012

Bewohner aller drei Ortschaften unternahmen mehrmals im Jahr einen Wallfahrtszug. Bei den heute nicht mehr existierenden Försterhäuschen am Ende des Tals formierte sich der Pilgerzug nach einer festgelegten Reihenfolge. Der Weg führte durch die Wälder oberhalb von Langwasser, am Hang des Salzbergs entlang, über den Hermannstadter Sattel zur Wallfahrtskirche Mariahilf, oberhalb von Zuckmantel. Die Wallfahrt fand mindestens dreimal im Jahr statt – im Juni nach der ersten Heuernte, im September anlässlich der Feierlichkeiten zur Geburt der Jungfrau Maria und am Heiligabend, an dem ausschließlich Männer zur Wallfahrt aufbrachen.

Am Ende des Tals befindet sich die Jagdhütte des Wildhüters.