Překlad / Übersetzung: Jana Pražáková, 2026
Die Gemeinde Wallstein war ein Reihendorf mit linearen Ackerfeldern und erstreckte sich über zwei Täler mit einer Gesamtlänge von mehr als 5 km. Die Gebäude standen locker angeordnet in unmittelbarer Nähe der Straße und des vorbeifließenden Baches. In den 1930er Jahren gab es hier mehr als 170 Gebäude unterschiedlicher Art. Der Ort, an dem Sie sich gerade befinden, kann als eine Art Zentrum der damaligen Gemeinde angesehen werden.
Wie in anderen Dörfern war auch in Wallstein seit 1795 die dem hl. Franz Xaver geweihte Kirche das prägende Bauwerk. Es handelte sich um einen einschiffigen Bau mit einer Kirchturmuhr und einem nach Süden ausgerichteten Altar. Bis dahin fanden die Gottesdienste in einer Kapelle statt, die 1750 vom örtlichen Richter Heinrich Ferdinand Hentschker errichtet worden war. Nach hundert Jahren wurde die Kirche gründlich renoviert, und im Jahr 1908 wurde ihr Innenraum durch eine Orgel aus der jägerndorfer Werkstatt Gebrüder Rieger bereichert. Die Kirche stand knapp 190 Jahre, bevor sie 1984 abgerissen und zusammen mit dem angrenzenden Friedhof dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Das direkt rechts von dieser Tafel stehende Pfarrhaus wurde nach einem Entwurf des Olbersdorfer Maurer- und Zimmermeisters Richard Dittel aus dem Jahr 1930 auf dem Steinmauerwerk des ursprünglichen Pfarrhauses erbaut. An dessen Südwand wurde 1789 ein einstöckiges Schulgebäude angebaut. Dem damaligen Lehrer stand damals ein Jahresgehalt in Höhe von 69 Florin und 40 Kreuzer zu. Da das Lehrerzimmer angesichts der Schülerzahl mit der Zeit zu klein wurde, wurde es 1890 durch einen Anbau erweitert. Im Jahr 1921 z. B. besuchten 85 Kinder die Schule und ab 1938 kamen hierher auch Kinder aus der Siedlung Kuhberg.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in Wallstein fünf Gasthäuser, von denen einige auch Übernachtung anboten. Hinter Ihnen befand sich das große Gasthaus von Franz Ströher mit einem Saal und einer Theaterbühne. Am Ortseingang befand sich auf der rechten Seite die Gerber-Schenke mit einem Vergnügungspark, in dem Karussells, Schaukeln, ein Schießstand sowie eine Kegelbahn für die Unterhaltung von Jung und Alt sorgten (heute Wallstein Nr.74). Die Anton Hoffmanns Gaststätte im Tal oberhalb der Kirche (heute Wallstein Nr. 9) war berühmt für südmährische Weine und frittierte Hähnchenstücke namens „Backhendl“. Auch Klein Wallstein und Verlorenwasser hatten ihre eigenen Gaststätten.
An der höchsten Stelle des Westgrats über dem Verloren-Wasser-Tal stand eine romantische Wanderhütte „Heinrichshöhe“. Die feierliche Eröffnung fand am 29. Juni 1902 statt, und der Gipfel, von dem aus die Besucher den Altvater, den Burgberg und sogar die Beskiden sehen konnten, wurde bald zu einer Touristenattraktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hütte abgerissen, und von ihr blieben nur noch die Steinfundamente erhalten.
Jeder Teil von Wallstein hatte zudem eine eigene Kapelle. An der Wegkreuzung nach Verlorenwasser und Klein Wallstein stand einst eine malerische kleine Kapelle mit Glockenturm. Das einzige erhaltene Bauwerk von Klein Wallstein ist eine schlichte Kapelle mit Satteldach und ursprünglicher Schieferdeckung. Das Aussehen der Kapelle in Verloren Wasser ist nicht bekannt. Ein bedeutendes erhaltenes Denkmal ist die barocke Statue des heiligen Johannes von Nepomuk aus schlesischem Granit. Unweit der Statue befindet sich ein Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs. Von den technischen Bauwerken ist im Ort das Gebäude der ehemaligen Mühle mit Turbinenantrieb erhalten geblieben. Als Wasserquelle diente ein nahegelegener, über einen Wassergraben gespeister Teich. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt (Wallstein Nr. 43).







